Die verschiedenen Kanülenaufsätze

a) Fässli, "Feuchte Nase", HME-Filter

Jede Kanüle braucht einen Aufsatz an der äusseren Öffnung. Damit soll die Öffnung so verschlossen werden, dass nur saubere Luft eingeatmet wird und keine Fremdkörper in die Lunge geraten. Wenn er nur zum Schutz und der Befeuchtung dient wird er meist Fässli oder "feuchte Nase" genannt. Wenn das Kind also selber atmen kann, braucht es einen Filter, der diese Aufgabe übernimmt. Auf dem untenstehenden Bild sieht man den Filter (sieht aus wie weisses Papier). Dieser Filter wird durch das Ausatmen des Kindes mit der Zeit feucht und warm, so dass die eingeatmete Luft auch wieder befeuchtet und angewärmt wird.

Es gibt verschiedene Aufsätze. Sie unterscheiden sich durch verschiedene Atemvolumenangaben. Das heisst, das nicht jedes Fässli für jedes Kind gebraucht werden darf. Die Pflegeperson/Arzt kann Ihnen das Atemvolumen Ihres Kindes berechnen. Wenn Ihr Kind grösser wird, kann auch auf ein grösseres Fässli gewechselt werden.

feuchte nase

Diese "feuchte Nase" ist für Babys mit einem Atemzugvolumen von 15ml bis 50ml und heisst Humid-Vent mini. Es hat keinen Sauerstoffanschluss.

feuchte nase 2

Dieses Fässli kann ab einem Atemzugvolumen von 50ml eingesetzt werden und hat seitlich zusätzlich einen Sauerstoffanschluss. Es heisst Trach-Vent.

b) Sprechventile

Der Einsatz eines Sprechventils wird immer vom Arzt verordnet. Es kommt an die Stelle des Fässli, also auf die äussere Öffnung der Kanüle. Das Sprechventil dient dazu, wieder Laute erzeugen zu können und somit sprechen. Es basiert auf einem einfachen Prinzip: Beim Einatmen fliesst die Luft durch die Kanüle, die Membran im Sprechventil öffnet sich dabei. Beim Ausatmen hingegen verschliesst sie sich und die Atemluft muss auf natürlichem Weg an den Stimmbändern vorbei über Nase und Mund ausgeatmet werden.

Das ist gleichzeitig auch die grosse Gefahr des Sprechventils. Denn die eingeatmete Luft muss beim Ausatmen neben der Kanüle vorbei durch die Luftröhre hinauf und durch Mund und Nase herausströmen können. Eine Kanüle, die die Luftröhre ausfüllt oder eine gecuffte Kanüle lassen nicht genügend Luft nebendurch hinauf, das Kind kann nur einatmen und die Lunge nicht leeren, so dass es nach wenigen Atemzügen nicht mehr einatmen kann und dann sehr rasch grosse Atmenot erleidet.
Deshalb wird das Sprechventil nur dann eingesetzt, wenn eine etwas kleinere Kanüle eingesetzt werden kann und das Kind mit dieser kleineren Kanüle zurechtkommt.

Zusätzlich wird dann die Luft nicht mehr angefeuchtet. Meist muss täglich inhaliert werden, damit das Sekret in der Kanüle feucht und absaugbar bleibt.

sprechventil

Es gibt natürlich mehrere Anbieter von Sprechventilen und somit auch viele verschiedene Sprechventile. 

Folgendes beschriebenes Sprechventil ist für Kinder ab etwa drei Jahren geeignet. Dieses Sprechventil hat gleich zwei Funktionen, es ist "Fässli" und Sprechventil zugleich. Erst wenn das Kind selber mit seinem Finger auf das Sprechventil drückt, verschliesst sich das Fässli und wird zum Sprechventil. Die Atemluft fliesst dann nicht mehr aus der Kanüle, sondern durch den Hals und die Stimmbänder aus dem Mund. Das Kind muss also beim Sprechen stets das Sprechventil gedrückt halten und beim Einatmen loslassen. Das braucht etwas Übung zum Koordinieren, hat aber den Vorteil, dass in den Sprechpausen die Atmung wie üblich weiter filtriert und befeuchtet wird. Foto von diesem Sprechventil ist im Link sichtbar.

c) Deckel

Deckel kommen selten zum Einsatz. Erst wenn es darum geht, die Kanüle zu entfernen und das Tracheostoma zu verschliessen, wird allenfalls ein Deckel aufgesetzt. Der Deckel wird meist dann angewendet, wenn Zweifel bestehen, ob eine Entfernung der Kanüle wirklich möglich ist.
Mit dem Deckel ist das Kind gezwungen, die ganze Atmung über Mund und Nase zu vollziehen. Da die Luftröhre zu einem Teil mit der Kanüle besetzt ist, ist es für das Kind teils anstrengend. Diese neue Form des Atmens ist für das Kind ungewohnt und braucht am Anfang etwas Anpassungszeit.
Das Aufsetzen eines Deckels geschieht beim ersten Mal unter ärztlicher Kontrolle. Zu Beginn wird der Deckel nur kurz aufgetragen, dafür etwas öfters. Mit der Zeit werden die Phasen des Tragens verlängert. Der Deckel wird im Schlaf normalerweise nicht angewandt.
Ein Deckel darf nur bei ungecuffter Kanüle angewendet werden. Ebenso muss die noch eingesetzte Kanüle so schmal sein, dass genügend Luft nebenher durch die Luftröhre fliessen kann.