Kommunizieren ist mehr als nur sprechen. Auch ohne Sprache kann rege ausgetauscht werden. Kinder mit Kanüle können keine/ kaum Laute produzieren, weil keine Atemluft nach oben durch die Stimmlippen fliesst, sondern direkt aus der Kanüle. Kinder, welche eine kleinere Kanüle tragen als eigentlich die Luftröhre füllen würde, können jedoch einen Teil der Ausatmungsluft durch die Stimmlippen zum Mund hinauf fliessen lassen und so sprechen. Damit dies geschieht, müssen sie entweder die Kanüle beim Ausatmen zuhalten oder ein Sprechventil tragen.

Das Sprechventil wird zu Beginn nur kurze Zeit aufgesetzt. Dabei wird das Kind von Fachpersonen und später auch von den Eltern betreut und gut beobachtet. Das Sprechventil fordert eine Anpassung der Atmung und kann für das Kind am Anfang ungewohnt und beängstigend wirken. Später können die Zeiten mit dem Sprechventil verlängert werden. Es ist besser, das Sprechventil mehrmals am Tag für kürzere Zeit aufzusetzen als einmal und lang. Insgesamt ist das Atmen mit dem Sprechventil anstrengender. Das Sprechventil wird für Ruhe- und Schlafphasen immer abgenommen.

Mehr zum Sprechventil unter der Rubrik "Tracheostoma - Verschiedene Trachealkanülenaufsätze".

Bei Säuglingen und Kleinkindern kann das Sprechventil noch nicht aufgesetzt werden, weil die Kanüle im Verhältnis zur Luftröhre noch sehr gross ist. Bei Säuglingen und Kleinkindern wird der eigene Körper zum wichtigsten Sprachorgan. Mimik und Gestik werden bald sehr gut eingesetzt. Trotzdem ist es enorm wichtig, dass die Betreuenden weiterhin mit dem Säugling oder Kleinkind sprechen. So kann das Kind die Sprache in Wortschatz und Grammatik erfassen und später durch Schreiben und Lesen anwenden.

Die Kommunikation kann anhand verschiedener Hilfsmittel unterstützt werden.
Bei Säuglingen und Kleinkinder lohnen sich Gebärden und Bilder sowie Fragen, die sich mit Ja (Kopf nicken) oder Nein (Kopf schütteln) oder mit Auswählen und zeigen beantworten lassen.
Nebst der deutschen Gebärdensprache ist auch die Babyzeichensprache / Zwergensprache entwickelt worden.
Ebenfalls hilft Ihnen der Verlag fingershop.ch, um Gebärden mit Ihrem Kind zu lernen.
Ältere Kinder können auch Computer oder Piktogramme verwenden.