Das Kind mit einer Kanüle hat viele Fachleute um sich, je nach Schwierigkeiten mal diese oder jene. Deshalb möchte ich sie Ihnen kurz vorstellen und Sie ermutigen, vom Wissen der Fachleuten zu profitieren. Es weden Ihnen vorgestellt:
Facharzt, Kinderarzt, Pflegefachfrauen des Spitals, Spitex, Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Orthopädie, Sozialdienst, Frühkindliche Förderung, Psychologischer Dienst, Seelsorge.

Facharzt

Die Fachärzte in Ihrem Spital werden Sie ja schon längstens kennen. Gut zu wissen, dass diese auch enge Kontakte mit den Fachärzten aus den anderen Spitälern pflegen. Sie unterstützen und beraten sich gegenseitig.

Kinderarzt

Wenn sich allmählich das "nach Hause gehen" nähert, werden Sie vermutlich aufgefordert, einen Kinderarzt zu nennen. Er muss nicht Spezialist im Hinblick auf das Tracheostoma sein. Der Sinn vom zusätzlichen Kinderarzt ist es, dass Sie eine Anlaufstelle für die ganz normalen alltäglichen kleinen Verletzungen und Erkrankungen haben. So zum Beispiel, wenn sich Ihr Kind mal das Knie aufgeschlagen hat, das Knie evtl. genäht werden müsste, oder für Hautjucken etc.

Pflegefachfrauen des Spitals

Die Pflegefachfrauen kennen Sie natürlich. Vom ursprünglichen nur Pflegen hat sich der Beruf längst vervielfältigt. Im Spital wird die Pflegefachfrau meistens das Koordinieren und Zusammenarbeiten der verschiedenen Bereiche organisieren.
Ebenso ein Schwerpunkt der Tätigkeiten der Pflegefachfrauen ist es, Sie als Eltern zu begleiten und in die Pflege Ihres Kindes einzuführen,je nach Alter des Kindes natürlich auch das Kind selber.

Spitex

Die Spitex heisst ja eigentlich Spitalexterne Pflege. Es sind Pflegefachkräfte, welche Sie zu Hause in der Pflege unterstützen oder Bereiche der Pflege ganz übernehmen.
Häufig übernimmt die Spitex noch viel mehr Aufgaben als nur Pflege. So zum Beispiel hilft sie koordinieren, planen, bestellen...

Physiotherapie

Die Physiotherapie hilft dem Kind seinen Körper so gut wie möglich zu bewegen, die Muskeln zu kräftigen und kann durch Behandlungen auch Schmerzen oder Probleme lindern. Sie hilft auch gezielt beim Atmen und Husten.

Ergotherapie

Die Ergotherapie hat zum Ziel, dass Tätigkeiten ausgeführt werden können. Zum Beispiel eine Tasse fassen können. Mit Übungen oder eigens für Ihr Kind angefertigte Gegenstände versucht sie, dem Kind soviel Eigenständigkeit wie möglich zurückzugeben. Die Egotherapie beschäftigt sich eher um die kleinen Bewegungen (=Feinmotorik), die Physiotherapie eher um die grossen Bewegungen. Es gibt häufig Überschneidungen zwischen Physio- und Ergotherapie.

Logopädie

Die Logopädin ist zuständig für den Bereich der Sprache, des Kommunizierens, der Stimmbildung und des Schluckens. Ihre Aufgabe ist es also, dem Kind mit einer Kanüle beizubringen, sich mit anderen Menschen zu verständigen sowie das Essen zu ermöglichen.

Orthopädie

Hier ist nicht der Arzt gemeint, sondern der Orthopäde, der Hilfsmittel baut, um die Bewegungen des Kindes zu unterstützen. Ein Kind mit einem Tracheostoma benötigt eigentlich keine solchen Apparate, wenn es "nur" ein Tracheostoma hat. Da viele aber noch andere Schwierigkeiten haben, kann auch er anwesend sein. Es geht um Rollstühle anpassen, Stehtische, Gehilfen gestalten und ähnliches mehr.

Sozialdienst

Der Sozialdienst ist ein sehr wichtiger Partner in Bezug auf Unterstützung im Dschungel der Versicherungen, Krankenkassen, Institutionen, finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten und vielem mehr. Der Sozialdienst kann Ihnen auf komplexe Fragen in diesen Bereichen sehr viel Auskunft geben. Nehmen Sie diesen Dienst grosszügig in Anspruch.

Frühkindliche Förderung

Die frühkindliche Förderung unterstützt Kinder in ihrer Entwicklung, die sich wegen Schwierigkeiten oder Behinderungen nicht gleich entfalten können. Dies geschieht meistens auf sehr spielerische Art und häufig werden die Eltern mitangeleitet, damit die Eltern im Alltag die Übungen weiter fortsetzen.
Die Frühförderung findet ab Geburt bis Kindergarten statt.

Psychologischer Dienst

Die verschiedenen Erfahrungen und Erlebnisse rund um ein Kind mit einer Kanüle sind komplex und können belastend werden. Vielleicht trauert man der verlorenen Familie von vorher nach, insbesondere Geschwisterkinder. Alles wird zuviel? Der Psychologische Dienst hilft Gedanken und Emotionen zu verarbeiten und neue Strategien oder Lösungen zu finden. Der psychologische Dienst hat viele Namen, es kann auch einfach ein Psychologe sein oder Beratungsstelle heissen.

Seelsorge

Gewisse Spitäler bieten auch Seelsorge an. Sie helfen Emotionen und Belastungen aus religiöser Sicht zu verarbeiten. Mut und Trost im Alltag durch die Beziehung zu Gott zu finden.